»Palomine«
Irgendwo zwischen Weilheim und Arizona mit einem Abstecher über Trondheim, da sind Palomine musikalisch zu Hause. Aber eigentlich sind sie immer ruhelos, immer unterwegs im Noise alter Schule und im schrägen Moll-Pop. Home ist ein klingendes Roadmovie, ein spannungsreicher Heimatfilm aus K-Town über die tiefe Liebe zu Gitarren, über zu viele Zigaretten und natürlich die eine, die nie will. Palomine hadern mit dem Leben, das aber charmant und mit viel Mut zur Melodie.
Sie spielen seelentröstende Popsongs, vorgetragen mit der wohl angenehmsten Nonchalance, die man sich vorstellen kann, wenn man aus einer Stadt kommt, in der man in punkto Fußball nicht nur rot, sondern auch noch Teufel sieht.
Gefühlvoll schräge, aber begeisternd-harmonische Gitarrenriffs paaren sich mit verschleppten Rhythmen. Die Abläufe sind transparent, der Vortrag genauso vielschichtig und druckvoll wie zerbrechlich und romatisch. Die bisweilen seidigen Gitarren und silbrigen Beats der melancholisch-herben Songs ziehen einen spätestens dann in den Soundstrudel, wenn die Kinetik der Verschlepptheit in die eines tobenden Sturms umschlägt und heftig komprimierte Schraddelorgien mit Feedback-Interludes die Oberhand gewinnen.
Wenn es dann nach einer Atempause dunkel wird, bleibt nur noch festzustellen: Die Nacht ist eine freundliche dunkle Macht ist ein Bruder.
Wer?
Andi Röhrling - Gitarre, Casio
Volker Pöppert - Schlagzeug
Tom Vollmar - Bass, Gitarre
Craig Eleffson - Bass
Martin Orlowski - Gitarre, manchmal Gesang
Was?
Indie-Rock, Post-Rock
Wann?
*2002
Woher?
Kaiserslautern
Wie gegründet?
Als sich in der Stunde nach Sonnenuntergang eine Veränderung ankündigte, gingen sie ohne Sorgen in eine Stadtrandsiedlung rein.
Warum?
Sie waren alleine, und sie wußten es, und sie fanden es sogar cool.
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