»Black Ribbon«
»Sommermusik« gibt es ja genug. Zum Glück gibt es aber auch Musik, die es einem leicht macht, dem Herbst zu huldigen. Zum Beispiel die Songs von Black Ribbon. Eine Gitarre und eine Stimme wie ein schwerer Rotwein, der die Sinne umhüllt und in die dunkelsten Winkel des Herzens vorzudringen scheint. Dazu ein paar instrumentale Farbtupfer von Glockenspiel & Co.
Daß Jobst M. Feit sich zur Aufnahme von »Out To The Light« im dunklen und kalten November 2010 einige Wochen zuhause in seiner Wohnung in Wiesbaden eingesperrt hat, würde man auch spüren, wenn man es nicht wüßte. Der Herbst vor dem Fenster hat den Weg in die Musik gefunden und ihr seinen trüben, nebelverschleierten Stempel aufgedrückt.
Black Ribbon macht es einem leicht, einen Grund für die Melancholie zu finden, und man sehnt sich selbst nach einem gehörigen Herbststurm, der einen in die gute Stube und mit einem Heißgetränk unter schützende Schichten von Decken aufs Sofa zwingt. Und da würde man dann ob all der Traurigkeit in der Welt auch am liebsten bleiben.
Aber da Melancholie nach Victor Hugo ja schließlich »das Vergnügen, traurig zu sein« ist, bereitet Black Ribbon mit seinen zerbrechlichen Melodien genau die richtige Portion Vergnügen in der Traurigkeit. Und weiß auch, daß man trotzdem manchmal die Maske aufsetzen muß, vorgeben, man könne unter Menschen gehen, leben, unversehrt, mit heilem Herzen.
Wer?
Jobst M. Feit
Was?
Schlafzimmer-Düsterpop
Wann?
*2008
Woher?
Wiesbaden
Wie gegründet?
Zwei Wege trennten sich im Wald, und er –
Er nahm den Weg, der kaum begangen war
Warum?
Es liegt im menschlichen Geschlechte das wundervolle Ding der Schönheit!
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