Julia's Trace »The Beauty Of Imperfection«
Tracklisting
- Another Day (04:12)
- Sticking To Polaroids (03:50)
- Red Breaking Lines (04:52)
- One Single Distant Smile (06:06)
- Modern Friend (11:02)
Veröffentlichung: 07.07.2003
Rückblende: Wir schreiben das Jahr 2002. Vier Musiker packen ihre Instrumente in einen Van und freuen sich auf ein kleines großes Abenteuer: Diese Jungmänner hier sind anders, wie man weiß. Im Twilight Studio zu Illingen spielen Julia's Trace ihre neue CD ein, dem Ort, an dem das Quartett zwei Jahre zuvor bereits mit Marcel Sude, der auch dieses Mal der Herr über die Regler ist, als Produzent seine Debüt-EP aufgenommen hat.
It's a new year and we feel fine, denn die Arbeit im Studio und das Warten auf die Scheibe haben sich gelohnt: Träumerische Sounds, verspieltes Gitarrengezupfe und eine sehr emotionale Gesangsstimme spiegeln den Sound von Julia's Trace auf "The Beauty Of Imperfection" wider, was seinen Höhepunkt in dem 11-minütigen Opus "Modern Friend" findet.
Taucht ein in die Welt der Worte, mit denen wir an dieser Stelle die CD in einer Lied für Lied-Beschreibung kurz vorstellen wollen:
-"Another Day": Ein Song voller Schwermut, die sich in dem leidenschaftlichen Kampf der Leadgitarre mit dem Gesang offenbart.
-"Sticking To Polaroids": Wohl der poppigste Song der ganzen CD. Um es mit dem Werbespruch des besten britischen Brotaufsrichs Marmite zu sagen: You eiter love it or hate it.
Entweder man liebt ihn, oder man haßt ihn. Vom Lyrischen in seelische Abgründe wandelnd, die jeder durchwandert, wenn er sich an die Vergangenheit und ihre Last für die Gegenwart erinnert. I´m on my own/I´m very inside/Everything happens for a reason/And we have to forgive our past.
-"Red Breaking Lines": Ein positiver Song mit mitreißendem Refrain, der in einem emotionalen Inferno gipfelt und einen letztendlich mit sanften Worten frägt: And don´t you ever want to leave all your fears behind and don´t mind these hurts inside.
-"One single Distant Smile": Laut und leise konkurrieren in diesem Song ständig. Und man scheint sich nicht wirklich schlüssig zu sein, ob man nun mitweinen oder mitschreien soll. Viele Melodien, Gitarrenpickings, schwere Bassläufe und tausend Harmonien. Dieses Lied geht tief hinein in die Seele, und wenn man es öfter hört, droht Abhängigkeit.
-"Modern Friend": Ein gleichbleibender Rhythmus bebt aus der Entfernung und wird von hallenden Gitarrenklängen umhüllt. Die Stimme sucht nach Einordnung in diese Welt. Ein kryptischer Hilferuf und die Suche nach Erlösung, welche sich in unterschwelligen Spannungen entlädt.
Reviews zu The Beauty Of Imperfection
Visions
schreibt am 01.08.2003:
Die jüngste Seattle-geprägte Generation wird erwachsen und macht langsam ernstzunehmende Musik.
Wenn man Julia's Trace einordnen will, kommt man allerdings noch nicht um einen Verweis auf Bush herum. Emotional, wuchtig, dramatisch, mächtig und songorientiert, ausgefeilt und trotz der noch erkennbaren, direkten Einflüsse authentisch - etwa so kann man den Sound des Quartetts umschreiben.
Daß die vier ihre Sache gut machen, beweist unter anderem ein Auftritt mit den Omaha-Verwandten The Gloria Record. Und wenn der wirklich gute Sänger irgendwann nicht mehr ganz so sehr auf Ausdruck bedacht ist, sonden auf seine ohne Zweifel vorhandenen Fähigkeiten vertraut, dann könnte in ein paar Jahren...
(Visions-Magazin 08/03)
purerock.de
schreibt am 05.11.2000:
Das testen und bewerten von Newcomer CD’s ist ja immer so eine Sache. Die genau gleichen Standards wie bei den Bands mit Plattenvertrag will man ja nicht anwenden, man will dem Leser aber auch eine objektive Kritik bieten.
Das Problem hatte ich bei Beauty of Imperfection zum Glück nicht. In nichts stehen Julias Trace auf ihrem 2.ten Demo den „großen“ Bands des Genres nach. Das herausragendste ist die Melodielinie, die mich mit ihren wunderschönen, oftmals recht melancholischen Melodien sehr schnell in ihren Bann gezogen hat. Für den ein oder anderen geht es vielleicht etwas zu glatt und poppig zu, aber wen das nicht stört findet in Julias Trace eine großartige Nachwuchsband. Alle 5 Lieder der Demo wissen zu überzeugen, mein Favorit ist allerdings „Sticking to Polaroids“. Hin und wieder gleiten die Texte vielleicht etwas ab ins pathetische, aber irgendwie merkt man dass es kein aufgesetzter Pathos ist. Das Abschlusslied „Modern Friend“ ist ein über 11 minütiger Hammer von einem Lied, der in der gesamten Spielzeit durch abwechslungsreichtum und dem Sinn für die richtigen Melodien zur richtigen Zeit überzeugen weiß. Emo-typisch ist die Grundstimmung der Demo eher melancholisch.
Außerdem - und das ist ja im Newcomer-Demobereich auch eher die Ausnahme – weiß die Produktion zu überzeugen.
Fazit: Die Jungs haben ihre Lektion gelernt und überzeugen auf ihrer Demo durch Catchyness und Abwechslungsreichtum. Emofans könnten eine neue Lieblingsband finden.
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