Nächste TermineRSS-Feed

Keine Tourdaten gefunden.

Blog-Eintrag

Wie ich zur (Rock-) Musik kam (Initiated by Massi) Teil 3 - Massimiliano Petrucci

03.02.2004 - "Live Fast, Love Hard, and don't let anybody use your comb!"
(Arthur Fonzarelli, Happy Days)

Wenn ich schon etwas in die Wege leite, will ich natürlich meinen Beitrag leisten und niemandem nachstehen.

Mein Zitat bezieht sich auf meinen ersten bewußten Kontakt zum Rock. Und das war im Kindesalter, als ich im italienischen Fernsehen die 50er Jahre Hommage-Serie Happy Days genoß. Fonzie war cool. Er war Italo-Amerikaner. Und er bekam alle Frauen. Das war Rock'n'Roll.

Doch erst Jahre später, als ich Anfang der Neunziger auf das Gymnasium kam, weckten zwei gute Freunde in mir diese versteckte Liebe. Freddy und Moritz waren Punk. Ich wurde es seitdem auch. Punk sind nicht deine Kleider, deine Frisur, dein Auftreten. Punk sind dein Herz und deine Ohren.

Ich hatte keinen großen Bruder, seit klein auf wenige Freunde, war sehr introvertiert, glatt. Und hatte einen Vokuhila.

Kassetten waren Gold wert, und emsig sog ich die Kleinode in mich auf, die mir Freddy und Moritz überspielten. Deutschpunkkracher wie Slime, WIZO, 1.Mai '87.

Etwa zur selben Zeit sprang ich auch auf den Lookout Records Zug auf, solche Bands wie The Queers, oder Screeching Weasel, mit Bubblegumpunkrock, der das Herz öffnete. Die Erfinder aus dem C.B.G.B.'s sind in meinem Herzen eintätowiert.

Zum Erwachsenwerden Mitte der 90er gesellten sich immer mehr Bands, die Palette wurde facettenreicher, ich befaßte mich immer mehr mit der Musik, den Texten, der Welt. Dies war der belangloseste Satz im gesamten Text.

1995 oder 1996 in etwa wurden die ersten Versuche unternommen, selbst Musik zu machen, mit zwei Freunden, darunter auch der liebe Moritz, der zu der Zeit mit seiner Deutschpunkband "Schluß mit lustig" für Furore sorgte. Wir hießen Keeweez, probten ein paar Mal, das war's. Jahre später sollte sich mein Bass als gute Investition erweisen. Für den werten Leser eine Textzeile des einzigen Songs, den wir zu Stande gebracht hatten: "...Ich fühl mich toll, wie gut's mir geht, denn du hast mir den Kopf verdreht..."

Meine musikalische Identität wurde aber auch durch italienische Liedermacher der 60er und 70er geprägt, überwiegend Lucio Battisti, Claudio Baglioni, Antonello Venditti, natürlich auch Adriano Celentano.

Amerikanische Songwriter wie z. B. Simon and Garfunkel und Bob Dylan trugen auch ihren Teil zur musikalischen Untermalung gewisser Gefühlzustände bei.

Mit Riesenschritten geht es auf das Ende der Neunziger zu, endlich wird die Liebe zur Musik auch Schlüssel zur Liebe zu einer Frau.

Doch damit wurde auch der Gong zu einer Runde eingeläutet, in der selbst Cassius Clay ins Wanken geraten wäre. Die eine Liebe wich der anderen, so daß das Interesse an der Musik schwand, fast erlosch. Diese zwei Jahre Apathie gipfelten in einer vollkommenen Lebens- und musikalischen Geschmacksverirrung. Eine dunkle Zeit brach an...

[put shit in here]

Doch so wie ein römischer Halbgott vor 80.000 fanatischen Menschen fünf Minuten vor Spielende den Ausgleich erzielen kann, so konnte ich wieder ins Spiel finden: Neuere Bands wie At The Drive-In wurden entdeckt, Helden wie Fugazi oder Hüsker Dü wurde endlich die gebührende Beachtung geschenkt.

Ich ging wieder auf Konzerte, lernte viele neue und alte Bands kennen, fing selbst wieder an, Musik zu machen. 2001, das neue Jahrtausend wurde eingeläutet. Eine neue Runde.

Wir schreiben nun das Jahr 2004, und drei Dinge haben mich mein Leben lang begleitet: die ewige Liebe zu meiner Stadt Rom, die mit seinem Fußballverein, dem AS Rom, ständig meine Gefühle strapaziert, die Liebe zur Musik, mit der ich mich oft streite, aber immer wieder versöhne, und die Suche nach der wahren Liebe zu einer Frau - bei einem, der bisher wirklich nur in Frauen verliebt war, deren Namen auf "h" enden.

Für
Joey & Dee Dee

-Fine-

© by Massi, 3. Februar 2004

-Sag mal Massimano, wieso siehst du so krank und zerbrechlich aus. Gar nicht wie ein Italiener! -Das liegt an der schlechten Luft in Deutschland wegen der Industrie.
-Da hast du recht.

Massimiliano Petrucci lebt in der ehemaligen Hüttenstadt Neunkirchen und arbeitet seit diesem Dialog mit seinem Mathematiklehrer aktiv und erfolgreich am Übergang der bundesrepublikanischen Industrie- in eine Dienstleistungsgesellschaft, oder wie er es nennt: kollektiver Speiseeispark.

Newsletter abonnieren

Community-Login